Seid Samstag lebt eine Person mehr in unserem Haushalt. Esie (langes E) ist 18 Jahre alt und die Tochter einer entfernten Verwandten oder Bekannten (was hier absolut das selbe ist). Sie hat die Schule abgebrochen und keinen Beruf. Lange Zeit soll sie nur zu Hause gewesen sein und nichts getan haben und daher lebt sie ab jetzt bei uns, um meiner Gastmutter beim frittieren ihrer Plantainchips, ihrem Nebeneinkommen, zu helfen. Bisher hat das immer Abigail am Nachmittag, Wochenende und in den Ferien gemacht. Mir wurde erzählt, dass sie hier sei um meiner Gastmutter beim Führen des Haushalts zu helfen. Wir sind mit mir nun 6 Leute. Meine Gasteltern und die nun drei Mädchen. Jennifer (19) arbeitet den ganzen Tag von morgens 8 bis abends 9, fegt morgens aber das ganze Haus und den Bereich um das Haus. Am Sonntag (Samstag arbeitet sie auch) hilft sie im Haushalt (Waschen, Vorkochen für die Woche). Abigail geht Vormittags zur Schule. Wäscht aber die gesamte Kleidung (außer meine, das mache ich selbst), Spült ab, kocht manchmal und macht alle Botengänge (Handyguthaben kaufen oder sonst etwas) und dann hat sie noch bei den Chips geholfen. Mein Gastvater arbeitet den Vormittag, ist Nachmittags im Shop, in seinem Dorf oder ruht sich aus (Fernsehen, Radio hören). Meine Gastmutter wärmt das Essen auf und kocht einige Kleinigkeiten, macht ihre Missionierungen für ihre Kirche und ihre Chips, wobei sie eigentlich nur die Arbeit von Abigail beaufsichtigt.
Ich frage mich nun, inwiefern sie da noch Hilfe im Haushalt braucht. Ich würde es gut finden, wenn sie das Mädchen dazu bringen würden etwas zu lernen. Abigail und Jennifer haben noch ein Leben neben dem Haushalt und daher waren sie nicht nur unbezahlte Haushaltshilfen, aber Esie jetzt ist für mich nichts anderes als ein Dienstmädchen. Sie arbeitet und darf dafür hier wohnen und essen. Obwohl wir bisher noch nicht viel miteinander geredet haben (ich versuche es, aber sie ist zu schüchtern um zu antworten), würde ich mir eine bessere Zukunftsperspektive für sie wünschen.
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