So könnte die Kurzbeschreibung eines Sakowas sein (ob das so richtig geschrieben ist, kann ich nicht sagen). Ich glaube, dass ich schon mal an dieser Stelle etwas zu diesen „Sakowas“ geschrieben habe, ich will sie euch nun aber etwas genauer vorstellen.
Wie schon gesagt, ein Sakowa ist meist jung. Warum? Weil er sein Geld im Internet verdient und die meisten älteren Leute, mit diesem Medium nicht so vertraut sind. Es könnte auch sein, dass die Skrupel der Jüngeren nicht so groß sind.
Ein Sakowa hat oftmals ein sehr, sehr teures neues Auto. Dabei sind Neuwagen hier nicht günstiger, als bei uns in Europa und daher eigentlich für den normalen Menschen kaum erschwinglich. Einige der sehr erfolgreichen Sakowas oder die, die schon etwas länger im Geschäft sind, haben auch große Häuser. Das Wort Villa kann man für diese schon gebrauchen.
Das Geld zu verdienen ist auch gar nicht schwer. Man muss nur 24 Stunden im Internetcafe sein und sich in diversen Onlinechats registriert haben. Man gibt sich als junge Frau aus und dann fängt man eine „Freundschaft“ mit weißen Männern an. Daher werden Sakowas oftmals auch“pen pal“ (also Brieffreund) genannt.
Den Weißen scheint gar nicht aufzufallen, mit wem sie da eigentlich chatten. Bilder werden einfach von der Schwester oder gleich eins aus dem Internet genommen. Auch das Telefonieren ist kein Problem, die Stimme wird einfach höher gestellt. Nach einiger Zeit, des Beteuerns der ganz großen Liebe (die haben wirklich Ausdauer „I love you“ zu schreiben), kommt dann der Schicksalsschlag. „Sie“ oder jemand aus der Familie wird krank und braucht dringend Geld für eine teure OP oder ähnliches. Natürlich schicken die Weißen aus Europa, Amerika oder Australien dann Geld, um die ganz große Lieben zu retten.
Um davon so gut Leben zu können, muss man natürlich mehrere „Brieffreunde“ gleichzeitig haben. Die „Unterhaltungen“ sind meist auch nicht ganz jugendfrei.
Wie blauäugig die Weißen Geld verschicken kann man an dem Beispiel sehen, dass einer jubelnd aus dem Internetcafe rannte, weil es gerade 4000 US Dollar geschickt bekommen hatte.
Swedru ist die unbestrittene Hochburg der Sakowas. In keiner anderen Stadt Ghanas gibt es sie so zahlreich. Internetcafes gibt es viele und es werden immer mehr. Auch Western Union für den Geldtransfer gibt es hier an jeder Ecke.
In wie weit sich diese Sakowas strafbar machen, weiß ich nicht. Es wird auf jeden Fall nicht von der Polizei kontrolliert, obwohl jeder weiß, was sie machen. Im Fernsehen gibt es sogar einen Werbespot, der sich über die Sakowas lustig macht (ich glaube, der ist von der Regierung). Da aber keinem Ghanaer geschadet wird (nur dem Ruf), ist der politische Wille, etwas gegen dieses Gewerbe zu tun äußerst gering. Man könnte es sogar positiv betrachten, weil so Geld ins Land kommt. Auf der Seite des (deutschen) Auswärtigen Amtes zu Ghana steht sogar eine Warnung, dass man kein Geld nach Ghana an Internetbekanntschaften schicken soll.
Obwohl ich die Zeiten des Internetcafes nun hinter mir gelassen habe und daher nicht mehr andauern Kontakt zu den Sakowas habe, sind sie allgegenwärtig.
Meine Gasteltern sind eigentlich relativ gebildete Leute und doch haben sie eine große Abneigung gegen die Sakowas, wie die meisten. Ja, viele Leute haben sogar Angst vor ihnen. Vor einigen Tagen haben mir meine Gasteltern das einmal erklärt. Ihrer Meinung nach (und der der meisten Menschen hier), haben sich diese jungen Leute nämlich mit Satan verbündet. Freiwillig würden die Weißen das Geld ja nie schicken. Allerdings hat es nicht nur Vorteile mit Satan zusammen zu arbeiten, nein, er will auch Gegenleistungen. So zum Beispiel müssen die Sakowas immer zu Medizinmännern gehen und verschiedene Beschwörungen machen. Auch Menschenblut trinken soll dazu gehören. Am Strand habe ich auch einmal eine Beschwörung mitbekommen, Menschenblut wurde aber nicht getrunken. Ob diese Beschwörung nun für Satan war oder sonst was, weiß ich nicht. Ich kam mir dabei aber wie im falschen Film vor.
Meine Gasteltern haben mir auch die Geschichte einer jungen Frau erzählt (keine Legende!!!), die plötzlich sehr erfolgreich in ihrem Geschäft war. Am Sonntag soll sie auch nie in die Kirche gegangen sein. Eines Tages wurde sie hier in Swedru in ihrer Dusche von hinten erschlagen. Man soll viel Geld in ihrem Haus gefunden haben. Der Mörder ist anscheinend Satan, weil die junge Frau, aufgrund ihres Erfolges vergessen hatte ihm weiter zu huldigen. Nochmal zur Erinnerung: Die glauben wirklich daran, sind Christen und gebildet!
Aber der Glaube an Satan, Hexen und Geister ist hier sehr verbreitet.
Während mir diese ganzen Geschichten erzählt wurden, musste ich mir ein Lachen echt verkneifen.
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