Elmina liegt am Meer und ist aufgrund seiner Castles bekannt. Natürlich war auch dies der Grund, warum wir dorthin gefahren sind. Elmina Catle oder auch Sao Jorge da Mina wurde 1482 von den Portugiesen erbaut und war die erste „Burg“ der Eruopäer in den Tropen. Den Portugiesen diente das Castle als Handelsstützpunk und Proviant-Station ihrer Entdeckungsreisen. 1637 wurde das Castle von den Holländern erobert und ausgebaut. Die Burg war eines der wichtigsten Stationen im Sklavenhandel. Bis zu 1000 Sklaven warteten 2 Monate in sehr kleinen Kerkern auf ihre Verschiffung nach Amerika. Viele starben schon hier, nachdem sie nach langen Fußmärschen durch Westafrika in Elmina ankamen. Das Gefühl an den Orten dieser schlimmen Taten der Geschichte zu stehen, ist schon sehr beklemment.
Nachdem wir Elmina Castle besichtigt hatten sind wir noch zur Conraadsburg (Sao Jago da Mina). Sie war ausschließlich zu militärischen Zwecken von den Holländern gebaut. Die Aussicht von der aus einem Hügel gelegenen Burg war traumhaft. Man konnte den Fischerhafen, Elmina Castle, die ganze Stadt und das Meer überblicken. Beide Castle sind sehr schön, direkt am Meer gelegen und ich konnte mich an den Blicken über die Landschaft gar nicht satt sehen.
Beide Burgen sind UNESCO Weltkulturerbe.
Viele der Besatzer sind sehr schnell und teilweise auch sehr jung an Malaria und anderen Tropenkrankheiten verstorben, daher gibt es in Elmina einen holländischen Friedhof. Viele der Einwohner Elminas und in anderen Regionen Ghanas, haben holländische oder englische Nachnamen, weil sie Nachkommen von den Kindern der Soldaten der Kolonialmächte und afrikanischen Sklavinnen sind. Vergewaltigungen waren zwar nur den Gouverneuren gestatten, doch die Bestrafungen waren nicht all zu schlimm. Die Soldaten zogen mit den Kindern und Frauen einfach außerhalb des Castles. Einige Teile Elminas bestehen noch heute aus den mehrgeschößigen Steinhäuser dieser Zeit.
Selbstverständlich habe ich auch die katholische Kirche, die jetzt eine Basilika ist, besucht. Ein netter Mann hat uns dann noch einiges zur Geschichte der katholischen Kirche in Ghana erzählt und uns einige Exponate gezeigt, die mal ein Museum werden sollen. Die Portugiesen habe den katholischen Glauben nach Ghana gebracht, allerdings haben ihn die protestantischen Holländer später streng verboten und jeden bestraft, der versuchte die katholische Lehre zu verbreiten. So gab es eigentlich fast keine Katholiken in Ghana bis 1890 wieder katholische Missionare unter den Brieten zurück kehrten.
Der Fischereihafen von Elmina ist sehr voll und geschäftig, aber wie überall hier in Ghana auch sehr dreckig. Überall Müll, Plastik und allerlei Unrat. Der Strand wird auch gerne als öffentliche Toilette benutzt. Was Dreck angeht, habe ich schon vieles in Ghana gesehen, und ich dachte mich würde nichts mehr schocken. Etwas, das im Fluss/Hafenbecken schwamm, hat mich aber eines besseren belehrt. Es war groß und rosa. Zuerst dachte ich, ich sehe nicht richtig, aber auch die andere Freiwillige hat es erkannt. Es war ein totes Schwein, umrahmt von Plastik und anderem Müll. Ich frage mich, was mich als nächstes verblüffen wird.
Auch diese Geschichte hat mich mal wieder sagen lassen „That`s Ghana“:
Eigentlich geht diesen Montag die Schule nach den Ferien wieder los (außer in meiner, die machen länger Ferien, aber geplant). Am Freitag war in der Swesbu (Swedru school of buisness) Lehrerkonferenz, auf der auch eine dort arbeitende Freiwillige war. Nach kurzer Debatte wurde zu dem Schluss gekommen, dass viele aufgrund der Unruhen in Swederu (3Tage) sich in den Ferien nicht richtig erholen konnten. Daher wurden die Ferien spontan um eine Woche verlängert.
Die meisten der Schüler kommen gar nicht aus Swedru und wohnen sozusagen im Internat. Daher haben die meisten die Geschehnisse in Swedru gar nicht mitbekommen. Dass die Ferien nun länger dauern, soll im Radion durchgesagt werden, um die Schüler zu informieren, weil sie bei ihren Familien in den Dörfern und anderen Städten sind.
Mein Eindruck und auch von vielen anderen ist, dass die Lehrer einfach eine Woche länger Ferien haben wollen.
Ein Blick auf Elmina Castle
Zwei Zellen im Castle. Rechts für Soldaten, die sich etwas zu Schulde haben kommen lassen. Gittertür und Fenster sorgten für gute Belüftung. Meist waren sie dort für einen Tag oder mehrere Stunden.
Links für aufsäßische Sklaven. Dunkel und ohne Belüftung. Es gab kein Essen, denn wer hier rein kam war zum Tode verurteil (Hinrichtung). Links ein Totenkopf und rechts ein Licht. Die Symbole haben die Holländer damals angebracht.
Blick von Elmina Castle auf die Conraadsburg.
Es ist nicht leicht gegen die Sonne zu schauen.
Der Hafen von Elmina. Noch immer verdienen die meisten Einwohner ihr Geld mit der Fischerei. Wenn man die Bilder anklick, kann man mehr Einzelheiten erkennen.
Alle Fischerboote haben Flaggen oder andere Verziehrungen. Wer findet die zwei deutschen Flaggen?
Die katholische Kirche von Elmina, älteste in ganz Ghana (aber renoviert)
Wer spiel denn hier Basketball??? Der Korb ist in den Dünnen vorm Castle untergegangen
Ein Schrein mitten am Hafen. Viele hägen trotz Christentum noch an den alten Religionen.
Hi Mary,
AntwortenLöschentolle Fotos von deinem Ausflug. Schlimm dass von dort die Sklaverei "tobte" und viele Menschen sterben mussten. Die Deutschlandflaggen habe ich gefunden nur bei einer Flagge sind die Farben Scharz,Rot,Gelb/Gold quer ist.
Der Basketballplatz gefällt mir, da bringt ja spielen Spaß. Gruss PAPA