Es gibt drei Arten von Projekten, in denen Freiwillige arbeiten. Viele unterrichten, so wie ich, als Lehrer in Schulen die verschiedensten Fächer, einige arbeiten in Kliniken oder Krankenhäusern , andere in Waisenhäusern.
Am Montag bin ich in ein Waisenhaus gegangen, um mir anzuschauen, wie eine andere Freiwillige arbeitet. Diese Waisenhaus ist im Verhältnis zu vielen anderen ein sehr gutes. Die Kinder haben sehr viel Platz, sogar einen eigenen kleinen Spielplatz (ich habe hier in Ghana noch nirgends einen Spielplatz gesehen) und viele die sich um sie kümmern. Neben den Freiwilligen gibt es auch Madams die dort wohnen. Sie können zwar keine Mutter ersetzen, aber sie sind eine feste Bezugsperson für die Kinder, die den ganzen Tag und die Nacht über da sind. Es wird ständig darauf geachtet, dass sie sauber sind, dh. Sie werden mehrmals am Tag gebadet und die Kleidung jeden Tag gewechselt und gewaschen. Die Kinder sahen sauberer und gepflegter aus, als viele Kinder, die ich so auf der Straße sehe. Auch, wenn die Freiwilligen die Leitung immer wieder dazu drängen sich noch mehr um die Hautkrankheiten einiger Kinder zu kümmern. Aber das ist vielleicht auch ghanaisches, Gegebenheiten einfach als gegeben anzusehen und wenig Energie in die Änderung einer Situation zu stecken.
Manche von den Kindern, die dort hingebracht werden, wurden gefunden oder ihren Eltern abgenommen. Oftmals gibt es aber einfach niemanden, der sich für sie zuständig fühlt. So wurde mir erzählt, dass der Zustand, indem viele dort ankommen echt erschreckend ist. Abgemagert, Hautkrankheiten und „sonderbares Verhalten“, was auf die psychische Belastung der Kleinen zurück zu führen ist. Aus einem anderen Waisenheim, in dem auch Freiwillige arbeiten, weiß ich von dem Fall eines Jungen von ungefähr 4 Jahren, der in einem total verdreckten Kanal in Accra gefunden wurde. Zu dem Zeitpunkt war er taub und blind und voller Parasiten. Es musste eine Plastikplane gekauft werden und dem Taxifahrer sehr viel Geld bezahlt werden, damit er das Kind überhaupt ins Waisenhaus fährt. Dort wurde er aufgepäppelt und mittlerweile kann er wieder sehen. Wie schlimm und auswegslos muss es der Mutter gehen oder anderen Familienmitgliedern, dass man das seinem eigenen Kind antut.
Die Kinder des Waisenhaus habe ich wie eine große Familie erlebt, in dem sich die älteren um die jüngeren kümmern, sie beaufsichtigen und erziehen.
Die älteren Kinder gehen in die Schule, die kleiner haben eine Art Kindergarten, den die zwei dort arbeitenden Freiwilligen betreuen. In den Ferien hatten sie jeden Tag Trommel und Tanzunterricht.
Obwohl sie Waisen sind, denke ich, dass es vielen Kindern dort besser geht, als in ihren Familien. Dieses Waisenheim ist soll allerdings auch ein besonders gutes sein, was die Umgebung, die Lebensbedingungen und die Betreuung angeht. Allerdings ist die Arbeit für die Freiwilligen manchmal auch sehr langweilig, denn für die meisten Aufgaben gibt es Madams und so bleibt nur spielen und kuscheln übrig. Das war einen Tag lang ganz schön, aber für ein Jahr wäre mir diese Aufgabe aufdauer zu langweilig und eintönig.
Ich bin daher sehr froh in meinem Projekt zu arbeiten und immer etwas zu tun zu haben.
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