Gemeinsam sind wir durch das Land gereist und ich habe viele neue Erfahrungen gemacht.
Wir waren in Cape Coast Castle, wo auch Obama bei seinem Ghana Besuch letzten Sommer war. Von hier gingen viel Sklavenschiffe in die Neue Welt und das Castle war ein Drehpunkt im Sklavenhandel. In winzigen dunklen Kerkern wurden bis zu 1500 Männer und 500 Frauen bis zu 3 Monaten gefangen gehalten. Kein Tageslicht, keine Sanitärenanlagen - Nichts. Es war menschenunwürdig. Ein Beispiel für die unvorstellbaren Taten, ist die Tatsache, dass viel Frauen von den Briten vergewaltigt worden sind. Wer sein Kind noch an Land bekam hatte Glück und musste das Kind nur abgeben. Wer aber auf dem Schiff schwanger war, wurde ins Meer geworfen, denn niemand kauft eine schwangere Sklavin. Daher folgten auch viele Haie den Schiffen. Die Haie fraßen die Frauen. Die Haie wurden aber auch gefangen und wiederum als Nahrung für die noch lebenden Sklaven an Bord verwendet. Dieser kleine Teil des ganzen zeigt, wie unmenschlich das alles war.
Ein Blick aus dem Innenhof zum Castle. Es ist ein UNESCO-Weltkulturerbe.
Wir waren aber auch im Regenwald. Im Kakum Nationalpark. Hier gibt es einen von weltweit 4 (und dem einzigen in Afrika) Canopy Walkways. 40 Meter über den Boden geht man über Seilbrücken durch die Baumkronen. Der Ausblick in den Regenwald war traumhaft und ein tolles Erlebnis, auch wenn eine chinesische Reisegruppe „etwas“ gestört hat. Es bleibt ein Rätsel, wie sie es geschafft haben, dass alle anderen sie in kürzester Zeit am liebsten ganz weit weg gewünscht haben. Wie schafft man es, alle Anweisungen des Führers so zu ignorieren und auch die Schilder, man solle bitte ruhig sein, so zu übersehen. Auch dieses Phänomen war ein Erlebnis für sich.
Anschließend haben wir noch eine geführte Wanderung am Boden gemacht, bei der wir ganz schön ins schwitzen gekommen sind. Zum Glück waren die Chinesen nicht dabei. Ich vermute sie haben mitbekommen, dass sonst der Rest der ganzen Gruppe wahrscheinlich auf die Tour verzichtet hätte.
40 Meter über dem Boden durch die Baumkronen des Regenwaldes. Eine ganz schön wackelige Angelegenheit. Man sollte schon schwindelfrei sein.
Ein Blick in den Regenwald
In unserem Hotel gab es frei lebende Krokodile in einem See. Daher kann ich ab jetzt behaupten nur 2 Meter von einem wilden Krokodil entfernt gestanden zu haben und das beste, noch zu Leben. Aufs Streicheln habe ich aber verzichtet, was wirklich möglich gewesen wäre.
Ein zweites Highlight der Reise, neben dem Regenwald, war eine Safari im Mole Nationalpark, dem größten in Ghana. Er liegt ganz im Norden. Auch, wenn der Weg dahin etwas länger war und die Straßen in Deutschland nicht mal das Prädikat Feldweg bekommen hätten.
Auf dem Weg dahin haben wir an einem Affenreservat gehalten. Die Affen hier kommen ganz nah, man konnte sie fast anfassen. Sie sind aber nicht trainiert, sondern wurden einfach nie gejagt und haben so keine natürliche Scheu vor dem Menschen. Ein religiöses Verbot verbietet es den Bewohnern der Dörfer die Affen, die sonst überall als Fleischlieferanten dienten, zu jagen. Der Glaube war, was man einem Affen tut, das passiert einem selber. Auch heute noch sind die Affen besonders und die Dorfmenschen leben von den Besuchern. Es gibt im Wald sogar einen Affenfriedhof. Alle toten Affen werden dort mit großer Zeremonie begraben. Auch einige Priester liegen auf dem Affenfriedhof.
Affen ganz nahe.
In Molepark selber haben wir eine zu Fußsafari und eine Autosafari gemacht. Nirgendwo in Westafrika gibt es mehr Elefanten als in Mole. Allerdings ist es nicht Ostafrika und so kann man keine großen Herden, oder Zebras, Gnus und Löwen erwarten.
Wir haben viele Antilopen, Warzenschweine, Krokodile, Vögel und auch Affen gesehen. Die Landschaft war ein Traum und der Ausblick auch hier wieder mal fantastisch. Nachts wurde ich vom Gebrüll von Hyänen geweckt. Das Beste waren jedoch die zwei Elefanten. Die Elefantenkühe bekommen gerade Nachwuchs und waren deshalb sehr tief im Park, die zwei Bullen waren aber auch toll. 50 Meter standen wir ungefähr von ihnen entfernt und konnten sie einige Zeit beobachten, bevor sie wieder im Busch verschwanden.
Das Gefühl war schon toll und faszinierend. Einen wilden Elefanten direkt vor einem.
Zu Fuß durch die Savanne. Ein Baumstamm muss als Brücke dienen.
Paviane und Warzenschweine
Eine Baby Antilope- vom Auto so beeindruckt, dass sie gar nicht weiß, was sie nun machen soll. Nach einigen Minuten des gegenseitigen Beobachtens ist sie dann doch zu Mama.
Überraschung in meiner Toilette. Es hat noch gelebt und wurde von mir abgespühlt. Am nächsten Tag war es wieder da.
Wunderschöne Landschaft-ein Blick in die Savanne.
Auch die Geschichte vom Mystic Stone bleibt unvergesslich :). Zwei alte Männer haben uns erzählt, dass dieser völlig unspektakuläre Stein immer wieder zurück kommt und nicht verschoben werden kann, daher sei er ein Stein Gottes. Alle Pferde die daran vorbei laufen würden sterben. Dafür haben wir dann 6 Cedi bezahlt. Auch an der ältesten Moschee Ghanas mussten wir wieder für ein paar Geschichten bezahlen.
An einem „Wasserfall“, den wir uns angeschaut haben, war das Highlight nicht der Wasserfall selber, sondern wie unser Führer auf einmal anfing los zu rennen, um ein Eichhörnchen zu fangen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber er hat es geschafft das Eichhörnchen mit bloßen Händen zu fangen. Wie wir uns gedacht haben und später bestätigt bekommen haben, wurde dieses Eichhörnchen das Mittagessen dieser Leute.
In Kumasi waren wir im Kulturzentrum, wo wir etwas zur Geschichte des Landes und der Ashanti (größte Volksgruppe) gehört haben und auf dem Zentralmarkt, der 10 ha groß ist.
Blick über den Zentralmarkt.
Leider gingen die Tage viel zu schnell vorbei.
Weihnachten habe ich nicht mit meiner Gastfamilie gefeiert, die nur in die Kirche geht, sondern mit meinem Besuch am Strand von Accra. Ich werde nicht nur sie vermissen, sondern auch ganz besonders die Klimaanlage in den Hotelzimmern und Autos sowie das europäische Essen in den Restaurants.
Sonnenuntergang am Strand in Accra.
In diesen Tagen bin ich von Süd nach Nord und zurück gefahren. Von der Küste durch den Regenwald in die Savanne. Aber auch von Arm nach Reich.
Wir sind an einfachen Lehmhütten im Norden vorbeigefahren, wo die Menschen es nicht schaffen sich selber zu versorgen und von der Unterstützung der Regierung abhängig sind.
Ein Dorf im Norden
Dann die große Stadt Kumasi, in der es auch mehrgeschößige Steinhäuser gibt, durch die vielen Dörfer, in denen man hauptsächlich vom Handel und Verkauf lebt und die ghanaischer Durchschnitt sind, bis nach Accra in ein Beach Resort, in dem die Reichen Weihnachten gefeiert haben.
Auf der einen Seite eine Wasserpumpe für ein ganzes Dorf auf der anderen ein Swimmingpool voller plantschender Ghanaer, Menschen die von Lebensmittelunterstützung abhängig sind und andere die sich ein teures Buffet leisten können. Kinder, die betteln und Kinder, die mit ihren Eltern Ferien machen und auf einem Spielplatz sind.
Ich denke wir haben auch solche Unterschiede in unserer Gesellschaft, allerdings fallen sie uns gar nicht mehr so auf, weil wir an sie gewöhnt sind und sie die Welt bilden, die uns umgibt.
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