Dieses Wochenende hatte ich mein erstes Zwischenseminar.
Nach drei Monaten sollen wir die Moeglichkeit haben ueber Probleme und Erfahrungen zu sprechen. Ja, und das haben wir dann auch gemacht. Alles ghanaisch entspannt. Wir haben ueber unsere Familien, unsere Projekte, die Organisation und die Erfahrungen im Land gesprochen.
Grosse Probleme habe ich nicht. Aber es ist immer gut sich auszutauschen.
Es waren Freiwillige aus Swedru und Koforidua da, aber nicht alle. So war die Gruppe beschaulich.
Als wir ueber unser soziales Leben hier in Ghana gesprochen haben, habe ich gemerkt, dass es doch vielen aehnlich wir mir geht. Man hat zwar Kontakte zu Ghanaern und Gespraeche mit ihnen, richtige Freundschaften gibt es aber kaum. So auch ich. Ich habe meine Familie und meine Arbeit, aber keine Freundschaften. Es ist nicht nur so, dass am Ende von vielen Bekanntschaften, die ich durchaus mache, die Frage kommt, nimmm mich mit nach Deutschland oder kauf mir dies und dies, sondern vor allem die Ghanaer nicht wirklich ein Freizeitleben haben, wo man andere Gleichaltrige kennen lernen koennte. Maedchen gehen einfach nicht aus, sondern haben die Hausarbeit und muessen sich um die kleinen Geschwister kuemmern. Jungs sind etwas schwirieg zu haendeln. Baer auch so, wo trifft man Leute mit denen man sich unterhalten koennte?? Auf der Strasse? Nein. Die Maedchen in der Arbeit sind meine Schuelerinnen und nicht meine Freundinnen, auch wenn ich mit ihen scherze und sie super gerne mag.
Leider habe ich auch keine Gastgeschwister, die mich irgendwohin mitnehmen koennten.
Bis jetzt ist es aber auch so, dass ich das zwar schade finde, aber nicht schlimm. Ich habe ja sehr viel Kontakt zu den Ghanern, also eigentlich den ganzen Tag und ich habe die ganzen anderen Freiwilligen. Mit denen man so viel gemeinsam hat und mit denen es sich viel einfacher ist sich zu unterhalten und wo einem die Themen nicht ausgehen und mit denen man reisst. Ich bin also nicht einsam oder habe keine Freunde. Nur der Konntakt zu gleichaltrigen Ghanern fehlt noch etwas. Ich arbeite aber daran und will in naechster Zeit versuchen, offener fuer Freundschaften zu sein.
Das empfinden aber alle Freiwilligen so.
Ich konnte aber auch auf dem Zwischenseminar feststellen, dass ich es mit meinem Projekt echt super gut getroffen habe und auch mit meiner Familie sehr zufrieden bin. Andere Freiwillige habe echt mehr Probleme, die nicht nur an den Freiwilligen liegen.
Unser Zwischenseminar war in dem gleichen Haus, wie die Einfuehrungswoche. Manchmal hatte ich das Gefuehl, erst gestern da abgereist zu sein und dann, wenn ich auch alles was bis jetzt passiert ist zurueckblicke, dann habe ich wieder das Gefuehl schon ewig in Ghanaer zu sein.
Ich habe jetzt auch wieder eine Identitaet. Ich habe meinen Reisepass wieder. Erstmal darf ich jetzt bis zum 16. Maerz 2010 bleiben, dann muss ich mal gucken, ob ich ausreisen muss, oder ob noch mal irgendwie verlaengern kann. Erstmal habe ich etwas Zeit.
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hallo maria,
AntwortenLöschenna das ist doch gut, dass du bis märz 2010 ohne problem bleiben darfst.
aber schon seltsam, dass es so chaotisch abläuft.
deine mückenbeine sidn bestimmt kein leckerbissen, aber irgendwas ist ja immer ;-)
3 monate bist du jetzt schon in einem fremden land und einer fremden kultur. es scheint so, dass du dich aber gut zurecht gefunden hast.
du machst das schon :-)
gruß von der ostseeküste