Am Freitag Mittag habe ich mir daher blonde Synthetikhaare besorgt. Das war gar nicht so einfach, da in den meisten Shops in den ich war, nur schwarze oder lilane Haare verkauft wurden. In einem wollten sie mir sogar gelbes Haar andrehen. Irgendwann hatte ich aber doch zwei Packungen blondes Haar (es gibt allerdings nur einen blonden Farbton) und bin zu einer Hairdresserin. Ich war gegen ein Uhr da, also eigentlich noch genug Zeit, um bis zum Abend fertig zu werden. Allerdings musste ich bis 4 Uhr warten bis ich dran kam. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich das natürlich anders geplant.
Ich war froh, als es endlich los ging. Das Haar wurde verlesen und dann wurde das Kunsthaare mit einer kleinen Strähne meines Eigenhaars verflochten. Es war zwar ein ganz schöner Zug auf der Kopfhaut, aber am schlimmsten war nicht das Flechten, sondern das Herausholen des Eigenhaars aus dem Gesamthaar. Die ghanaischen Frauen haben eigentlich nur sehr kurzer eigenes Haar und daher war die Hairdresserin es nicht gewohnt, so lange Haare aus der Menge an Haaren heraus zu ziehen. Während ich auf meinem Stuhl am Straßenrand saß, haben mir immer wieder andere Freiwillige Gesellschaft geleistet, damit ich mich wenigstens ein bisschen unterhalten konnte. Auch habe ich die anderen Kundinnen beobachtet und die Methoden des Hairdressings sind hier wirklich interessant. Fast jede Frau, die nicht ganz kurze Haar hat, hat Kunsthaare. Entweder lassen sie es sich so einflechten wie ich oder es wird am Eigenhaar festgenäht. Das ist schon komisch, man geht zum Friseur, um sich das Haar annähen zu lassen. Hier ist das aber ganz normal.
Es hat schon ganz schön lange gedauert mir alle Haare einzuflechten. Teilweise haben drei Frauen gleichzeitig an meiner Kopfhaut gezerrt und trotzdem hat alles 6 ½ Stunden gedauert. Am Ende konnte ich schon gar nicht mehr auf dem Stuhl sitzen, obwohl ich sogar 2 Stunden auf einem sehr niedrigen Hocker saß, weil sie die Haare oben auf meinem Kopf flechten mussten. Nach vier Stunden war meine Kopfhaut ein einziger Schmerz. Die Frauen haben dabei unglaublich schnell geflochten und mussten schon gar nicht mehr hinsehen.
Nachdem alle Haar geflochten waren, wurden die überstehenden abgeschnitten und dann alle Haare mit heißen, eigentlich eher kochendem, Wasser übergossen. Dadurch soll sich das Haar besser zusammenziehen und die Rastas länger halten. Ich hatte aber echt Angst, dass sie mir meine Kopfhaut mit dem Wasser verbrühen. Zum Glück ist nichts passiert. Um halb elf abends konnte ich dann endlich nach Hause (ich saß von eins bis halb elf auf einem Plastikstuhl oder Hocker ohne mich viel dabei bewegen zu können!).
Alle hatten mich gewarnt, dass die Kopfhaut total jucken wird, allerdings geht das bisher echt. Klar kratzen kann man sich nicht wirklich, aber viel schlimmer ist, dass das Schlafen und Liegen sehr unbequem ist, denn es ist total hart auf dem ganzen Kunsthaar zu liegen. Ein zweiter unangenehmer Aspekt ist, dass es sehr warm unter den ganzen Haaren auf dem Kopf ist (vergleichbar mit einer Perücke) und das dann bei dem heißen Wetter hier. Aber man muss alles mal ausprobiert haben und eine witzige Erfahrung ist es alle mal und diesmal kein Aprilscherz. Ich bin gespannt, wie lange ich es aushalte und wie lange das Herausflechten der Haare dauern wird.
Von Hinten,...
..., von Vorne,..
..., von der Seite,...
... und fertig!
Hallo Maria,
AntwortenLöschenganz ernsthaft: sieht doch ganz gut aus. Man sollte öfter mal was neues probieren.
LG, Hubert