Letztes Wochenende, dem Osterwochenende konnte ich aber mal so richtig entspannen. Mit zwei anderen Freiwilligen bin ich in den Westen an den Strand gefahren, denn der Westen hat die schönsten Strände Ghanas.
Am Karfreitag sind wir losgefahren und um zur Trotro Station zu kommen, musste ich an der katholischen Kirche vorbei. Die haben zu diesem Zeitpunkt gerade ihre Karfreitagsliturgie gehabt. Zuerst dachte ich, ich sehe nicht richtig, denn die ganze Gemeinde war vor der Kirche versammelt. Dort haben sie die Leidensgeschichte nach gespielt, aber richtig. Nicht so wie bei uns, indem die Geschichte mit verschiedenen Rollen gelesen wird, nein es gab richtige Schauspieler und diese hatten es wahrlich nicht ganz einfach. Die beiden, die die Verbrecher gespielt haben hingen schon am Kreuz in der prallen Sonne. Als ich kam wurde gerade um Jesus Gewand gewürfelt und ihm eine Dornenkrone aufgesetzt. Leider hatte ich keine Zeit zu warten und zu zuschauen, wie auch „Jesus“ ans Kreuz geschlagen wird, aber schon dieser kurze Eindruck des ganzen Schauspiels war beeindruckend. Was müssen die Schauspieler gelitten haben, denn in der Sonne um kurz vor zwölf waren es bestimmt über 40 Grad und dann noch am Kreuz. Zum Glück wurden aber keine Nägel in „Jesus“ Hände geschlagen. Das ganze war sehr interessant und auch fremd für mich.
Die Trotrofahrt zum Strand hat gute 4 Stunden gedauert und war sehr unbequem, weil es mehr als nur eng war und dazu noch sehr warm. Vor allem mussten wir auf die Abfahrt eineinhalb Stunden warten, weil die Trotros immer erst abfahren, wenn sie voll sind und das kann manchmal echt dauern. Zum Glück kann man durchs Fenster die ganze Zeit Getränke, kleine Essenssachen und alles andere mögliche kaufen und sich so die Zeit etwas vertreiben.
Unsere Unterkunft am Strand war sehr einfach, z.B. kein fließend Wasser, dafür war die Lage traumhaft. Unsere zwei Zimmer waren über einer Strandbar und somit haben wir von dem Balkon direkt aufs Meer geblickt. Das Haus selber stand auch direkt am Strand. Es waren schätzungsweise 30 Meter bis zur Wasserkante. Morgens nach dem Aufstehen um 8 Uhr waren wir schon im Atlantik schwimmen. Die Wellen waren teilweise echt stark, aber das hat viel Spaß gebracht. Den Tag über haben wir gelesen oder Spiele gespielt. Das alles natürlich die ganze Zeit im Schatten, gesonnt haben wir uns nie direkt. Die Sonne hier hat eine ganz andere Intensität, als in Europa und da wir ja alle schon relativ braun sind, wollten wir auf einen Sonnenbrand verzichten.
Am Sonntag haben wir drei uns dann todesmütig mit Surfbrettern in die Wellen gewagt. Die konnte man sich an diesem Strand ausleihen, auf eine Unterrichtsstunde haben wir aber verzichtet. Es ging uns hauptsächlich um den Spaß an der ganzen Sache.Und es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich persönlich mich eher als unbegabt für das ganze einschätzen würde. Nach zwei Stunden haben wir zum Teil aber auf den Brettern gekniet und kurz gestanden. Allerdings hatten wir alle blaue Knie danach. Ich hatte dazu noch einen Muskelkater in den Oberarmen und konnte meine Armen am nächsten Tag nur schwer heben.
Am Abend wurde am Strand noch ein Feuer direkt vor unserer Unterkunft gemacht und so hatte ich sogar ein Osterfeuer hier in Ghana. Am Montag morgen war ich dann Pfannkuchen mit Ananas und Schokolade frühstücken.
Busua, das ist der Name des Stranddorfes, in dem wir waren, hat eine interessante Mischung aus Tourismus und den einheimischen Lebenstil der Fischern. Man kann dort Pfannkuchen essen (was man sonst nicht in Ghana kann), es gibt Bars und Hotels und den Surfshop. Auf der anderen Seite sind die meisten Menschen dort immer noch Fischer und ziehen ihre Netze direkt neben dem sich sonnenden Touristen (Weißer und Ghanaer) aus dem Wasser. So haben wir mehrmals in diesen Tagen die Fischer beobachtet, die ihre Netze an Land zogen. Am letzten Morgen konnte ich von unserem Balkon beobachten, wie sie ganz schön große Fischer gefangen und an Land gezogen haben. Ich musste dann erkennen, dass es zum Teil keine Fische, sondern Delfine und zwei Haie waren. Diese wurden dann auch direkt am Strand zerteilt. Das ganze war nichts für zartbeseitete Europäer. Auch nichts für zartbeseitete Europäer war unser Erlebnis vom ersten Abend. Wir saßen am Strand und haben etwas getrunken, als viele Menschen an eine Stelle nur wenige Meter von uns entfernt geeilt sind. Ein Ghanaer aus dem Dorf ist anscheinend am Nachmittag ertrunken und seine Leiche wurde angespühlt. Das ganze war schon nicht schön und hat die Stimmung etwas gedrückt.
Insgesamt war es aber doch ein sehr schönes Wochenende an dem wir richtig entspannen konnten und viel Spaß hatten. Außerdem wer kann schon von sich behaupten am Osterwochenende im Atlantik surfen gewesen zu sein! Es ist komisch, dass es normal ist in kurzer Zeit für wenig Geld an Traumständen entspannen zu können. Aber das ist eine der vielen positiven Seiten am Leben hier in Ghana.
Blick vom Zimmer aufs Meer.
Fischer ziehen ihre Netze aus dem Wasser.
Unsere Unterkunft über der Strandbar in den Farben Ghanas.
Diese Insel lag direkt vor uns im Meer und hat nichts als zwei Palmen.
Im Vordergrund Fischerboote.
Mein Osterfeuer am Strand.
Ein großer Fang.
Drei Delfnie und zwei Haie
Anschließend wurden sie direkt am Strand zerlegt, ganz wären sie zu schwer zum Wegtragen.
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