Donnerstag, 11. Februar 2010

Mal kommt sie, mal kommt sie nicht....

Tja, die Post. Wie schön ist es in Deutschland einfach in seinen Briefkasten zu schauen und all die netten Briefe vorzufinden. Leider sind es ja meist nur Rechnungen, aber sollte uns ein Freund doch etwas schicken, wie zum Besispiel Urlaubs- oder Weihnachtsgrüße, dann kommen die, dank der Deutschen Post, auch meistens an. Hier in Ghana ist das etwas anders. Niemand hat einen Briefkasten, sondern höchstens ein Postfach. Die meisten benutzen das Postfach der Schule, Kirche oder des Arbeitgebers.
Bei der ghanaischen Post zu arbeiten ist schon ein Traum, vor allem, weil man besonders vor Weihnachten so unglaublich viele Geschenke bekommt, gut meist gehören sie einem eigentlich nicht, aber das muss ja keiner wissen. Der eigentlich Beschenkte wird einfach fleißig vertröstet.
So auch ich. Vor und nach Weihnachten sind 4 Brief an mich nicht angekommen und auch Post aus England an meine Gasteltern nicht. Bis heute vertröstet mich ein Postangestellter mit der Aussage "it will come". Einmal war ich so sauer, dass ich gefragt habe, ob ich denn zu meiner Pensionierung nochmal vorbeischauen soll. Nachdem mich nun jeder Postmitarbeiter in Swedru kennt, denn ich komme jeden Tag vorbei, (nur um zu nerven und weil es auf meinem Weg liegt) und ich auch meine Gasteltern schon beim Manager vorsprechen haben lasse (vielleicht zieht eine ghanaische Beschwerde mehr, als eine von so einer nervigen Weißen), wurde unsere Postbox geschlossen, mit der Begründung, dass es sein könne, dass noch jemand unsere Box benutzt und einen Schlüssel für diese hat. So habe ich mich in den letzten Wochen noch beliebter gemacht, denn ich darf jetzt immer hinter den Tresen in den Raum in dem die Briefe sortiert werden, um da nach meinen Briefen zu fragen.
Mein Vater hat einen weiterern Versuch gestartet mir aus Deutschland "wichtige Unterlagen" (die neusten Filme :) ) zukommen zu lassen, indem er den Brief als Einschreiben aufgegeben hat. Nach zwei Tagen war der Brief am Frankfurter Flughafen, dann hat es wiederum 3 Wochen gedauert, bis der Brief nun gestern endlich in meinen Händen lag. Am Freitag hat eine Bekannte meiner Gasteltern und Postangestellte meinem Gastvater mitgeteil, dass mein registrierter Brief da sei. Ich bin natürlich am Montag gleich zur Post. Der Mitarbeiter, der die Brief sortiert und mit dem ich schon tolle Gespräche über die Wahrscheinichkeit hatte, dass der Brief schon in Deutschland verloren gegangen sei, meinte dann nur "Nein, es ist kein Brief da". Ich habe ihn dann noch mehrmals gesagt, dass die Frau, aber meinte der Brief sei da und es ein Einschreiben sei, aber nein, immer noch die Aussage, der Brief sei nicht da.
Am Dienstag ist dann mein Gastvater zu seiner Bekannten und siehe da, er hat einen Abholschein für mich bekommen. Daher bin ich am Mittwoch wieder zur Post mit dem rosa Schein und einem Stempel meiner Schule, dass ich auch wirklich ich sei.
Ich bin dann natürlich sofort zu der Bekannten und siehe da, ich habe meinen Brief bekommen! Endlich!!! Nach fast 3 Monaten rennens zur Post, ist ein Brief angekommen.
Der Mann, der mir meine Briefe vorenthält, meinte nur, als ich ihn daruaf angesprochen habe, dass mein Brief schon länger da sein, nur "Oh, habe ich vergessen". Aber nicht aufregen, der Brief ist ja jetzt da. Diese kleine Geschichte zeigt nur, wie wenig man sich doch über die Deutsche Post beschweren darf bzw. wie gut die deutsche Beschwerde Kultur ist, denn sie hat zu einer Zuverlässigkeit geführt, die man anderswo vergeblich sucht.
Hier noch ein paar kleine Informationen, die zeigen wie die Post hier funkrioniert:
Mein Gastmutter hat einen Brief nach England an ihr Tochter geschickt. Er hat 1 Monat gebraucht. Sie hat zwei Cedi hinzugefügt (einen Euro), der Brief kam ohne die Cedis an.
Ich hatte einen Brief nach Deutschland geschickt. Auch dieser wurde geöffnet und eine zehn Pesewas (5 Cent) Briefmarke entnommen. Dann wieder zugetackert, wobei meine beigefügte Foto CD beschädigt wurde.
Packete kann man nur alle zwei Wochen Mittwochsnachmittags abholen. Sie werden zusammen mit einem Postmitarbeiter geöffnet und der ganze Inhalt durchgeschaut. Dann muss man, nach nicht nachvollziehbaren Kriterien, irgendetwas bezahlen. Anscheinend eine Art Besteuerung, aber ohne Listen und auch auf gebrauchte Sachen.
Ich hätte noch viel mehr Geschichten, aber ich glaube, ihr habt einen Eindruck von der Post hier bekommen. Es tut mir nur für die Leute leid, die mir Post geschickt haben und die nicht angekommen ist. Dafür aber danke und vielleicht kommen sie ja wirklich zu meiner Pensionierung.

2 Kommentare:

  1. Hi Tochter,
    nach den Erfahrungen, die wir beide mit der Post gemacht haben, liebe ich ab sofort unsere DEUTSCHE POST und alle Mitarbeiter dort, die ein Brief oder Paket ohne zusätzliche (Zoll)-Gebühren befördern, ungeöffnet das Briefgeheimnis bewahren und sich bei Wind und Wetter mit Fahrrad, Auto, LKW, Zug, Flugzeug auf den Weg machen. Und ein Brief von Deutschland nach Ghana kann man schon für 2,20 EUR haben, der dann normalerweise in einigen Tagen per Flugzeug dort ankommt (wenn es die Post in Ghana bzw ihre Mitarbeiter zulassen). Ein Hoch auf unsere Postbeamten und Postbeamtinnnen. Ich werde in Kürze den nächsten Brief mit neuen wichtigen Unterlagen (!!) per Einschreiben an Dich senden. Kostet mich zwar dann 8,05 EUR aber das ist es mir wert.

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  2. Hallo Maria :)
    na man, das hört sich ja gar nicht gut an... aber vielleicht hab ich ja Glück und mein Brief für dich ist doch ansatzweise dabei dich zu erreichen!
    Gibt so viel zu erzählen...ich glaub ich schick dir die tage nochmal ne mail - die wird ja wohl hoffentlich keiner so schnell abfangen und dir vorenthalten ;)
    ganz liebe Grüße aus dem schön verschneiten Hamburg,
    deine Patricia =)

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