Anfangsbericht (September/2009)
Für den Nachfolgen-Freiwilligen
Frankeve Human Development Foundation
1. Organisation vor der Abreise
a. Wie hast du dein Visum bekommen und für wie lange ist es gültig? Wenn es nicht für den ganzen Aufenthalt gültig ist, beschreibe kurz, wie du es verlängern wirst?
Ich bin nach Berlin gefahren und habe in der ghanaischen Botschaft ein Visumsantrag gestellt. Dadurch musste ich meinen Pass nicht per Post verschicken und konnte Nachfragen sofort beantworten. Allerdings musst ich auch 20 € extra bezahlen, damit der Antrag sofortbearbeitet wird. Die Informationen dafür findet man auf der Internetseite der ghanaischen Botschaft Berlin. Ich habe jetzt ein Multiple Entry für 12 Monate. Das bedeutet aber nur, dass ich 12 Monate lang nach Ghana einreisen darf. Dafür habe ich 200€ bezahlt. Man kann aber mit keinem Visum länger als 60 Tage in Ghana bleiben. ARA hat die Pässe der Freiwilligen eingesammelt und wird das Visum für uns nach 60 Tagen verlängern. Nach 8 Monaten geht das aber nicht mehr und ich muss einmal ausreisen und wieder nach Ghana einreisen. Für jede Verlängerung muss ich bezahlen. Mit einem nur 3 Monatsvisum soll die ganze Verlängerungssache aber teurer sein. Ich habe bis jetzt aber nicht wirklich einen Überblick.
b. Wie hast du deine Spenden akquiriert? Welche Tipps kannst du dem Nachfolger geben?
Ich habe eine Rundmail an alle Bekannten geschrieben und einen Flyer in meiner Kirchengemeinde verteilt. Ich habe durch kleine Einzelspenden alles zusammen bekommen. Auch Familienmitglieder haben etwas gespendet. Als einzigen Tipp kann ich sagen, rechtzeitig beginnen und auf eine Spendenquittung hinweisen, dann wissen die Spender das nicht der Freiwillige das Geld irgendwie behält.
c. Wie sieht deine Packliste aus? Hast du irgendetwas vergessen, woran dein Nachfolger aber auf jeden Fall denken sollte?
Neben der Kleidung habe ich vor allem Medikamente, Mückenschutz und Hygieneartikel dabei. Das meiste kann man hier alles kaufen. Mückenschutz ist aber sehr teuer. Viele Bücher mitnehmen. Man hat hier auf jeden Fall sehr viel Zeit zu lesen. Für mich war beim Packen eine Hauptfrage, ob ich mein Notebook mitnehmen soll oder nicht. Ich habe mich dagegen entschieden. Allerdings bereue ich diese öfters. Bilder speichern, Texte tippen oder Filme in seinem Zimmer gucken, die man auf dem Notebook gespeichert hat, wäre manchmal echt schön. Einige sehr wenige Gastfamilien haben auch Internet zu Hause. Im Internetcafe kann man sein eigenes Notebook mitbringen und damit arbeiten. Auch hier ist das mit Fotos versenden oder empfangen mit dem eigenen Notebook echt einfacher.
d. Wie verlief die Kommunikation mit dem Projektpartner vor Abreise?
Kingsley, den Gründer von ARA habe ich auf dem Vorbereitungsseminar in Deutschland kennengelernt. Daher konnte ich da alle Fragen schon stellen. Ich habe dann nur noch eine Mail nach Ghana geschickt, wann ich am Flughafen in Accra ankomme. Ich wurde dann auch dort abgeholt. Sonst gab es keine Kommunikation. Alles ist über das Kolpingbüro gelaufen.
e. Weiter Tipps für deinen Nachfolger vor der Abreise:
Genug Bücher einpacken. Bilder von zu Hause mitnehmen. Das mit dem Notebook habe ich ja schon geschrieben.
2. Organisatorisches vor Ort
a. Wie bist du zum Projekt angereist?
Ich bin von Frankfurt mit dem Flugzeug nach Accra. Dort wurden wir Freiwillige von ARA Mitarbeitern abgeholt und zu einem Vorbereitungsseminar gebracht. Nach einigen Tagen sind wir dann zu unseren Gastfamilien gefahren wurden. Mein Arbeitsplatz ist nicht weit von meinem Haus entfernt, sodass ich mit dem Taxi hinfahren kann oder zu Fuß laufe. Am ersten Tag bin ich von Henry, einem Mitarbeiter zu der Schule gebracht und vorgestellt worden.
b. Wie bist du untergebracht und wie wirst du verpflegt?
Ich wohne in einer Gastfamilie. Meine Gasteltern sind 67 und 70, damit aber auch die ältesten. Ich habe ein eigenes Zimmer. Das Badezimmer ist für ghanaische Verhältnisse sehr gut. Allerdings habe ich viele Kakerlaken in meinem Zimmer, also Insektengift mitnehmen. Die Ghanaer scheint so etwas immer nicht so sehr zu stören. Vor den Fenstern gibt es Mückenschutz, aber trotzdem auf jeden Fall ein Netz mitnehmen.
Verpflegt werde ich eigentlich ganz gut. Das ghanaische Essen ist zwar sehr gewöhnungsbedürftig, weil viel und reichhaltig, aber man kann es essen. Zum Frühstück gibt es immer Weißbrot und Ingwermarmelade. Wenn man nicht so gerne Fisch mag oder mit Fleisch vorsichtig ist, rate ich sich als Vegetarier auszugeben. Das ist einfacher, wenn man nicht wirklich gerne einen ganzen Fisch mit Augen und Organen in der Suppe haben möchte. Auch von vorneherein versuchen die Mengen zu reduzieren, nachnehmen kann man immer, aber wenn man nach einigen Wochen nicht mehr die Mengen essen kann, ist es schwer zu vermitteln, warum man auf einmal weniger isst. Als Tipp: nimm Tütensuppen mit, vor allem wenn man Durchfall hat eine gute Alternative zum ghanaischen Essen.
c. Wo gehst du einkaufen?
Hier kann man eigentlich alles überall kaufen. Es gibt an jeder Straße unzählig viele Läden, die die wichtigsten Sachen verkaufen.
d. Wie hebst du Geld ab bzw. wie kommst du an dein Geld?
Ich habe 300€ Bargeld mitgenommen. Das reicht für gut 2 Monate, vielleicht noch länger. Also bis jetzt habe ich es nicht aufgebraucht. Geld kann man erst hier umtauschen. In Swedru gibt es eine Barcleys Bank. Die soll Partner mit der Deutschen Bank sein und mit einer Deutschen Bank Karte soll man da Geld abheben können. Aber auch mit Visa kann man Geldabheben. Ich habe mich für Western Union entschieden. Ich bekomme, also aus Deutschland Bargeld geschickt, dass ich dann bei der Bank abholen kann. So kann mir keine Karte gestohlen werden oder technisch etwas nicht klappen. Allerdings kostet der Geldtransfer auch etwas. Auch hier kann man sich gut im Internet über Western Union informieren. Insgesamt gibt es hier 5 Banken, die Western Union Partner sind.
e. Wie sind die Möglichkeiten Kontakt nach Hause aufzunehmen?
Internetcafes gibt es einige in Swedru. Das heißt E-Mail und Blogeinträge sind kein Problem. Außerdem telefonier ich alle paar Tage mit Deutschland. Meine Eltern haben eine „G0 oder Call Banana card“. Wenn sie mich anrufen kostet es ca. 6 Cent die Minute. Man kauft dann eine Karte mit einem Guthaben und vertelefoniert das. Allerdings gibt es häufiger Leitungsprobleme. Auch hierzu kann man sich im Internet informieren. Telefonieren hier ist sehr günstig. Man sollte sich auf jeden Fall eine ghanaische Telefonummer/Simkarte zu legen. Daher sollte man sicherstellen, dass das Handy Simlock frei ist, sonst gibt es echt Probleme.
f. Welche Möglichkeiten hast du in deiner Freizeit?
Hauptsächlich bin ich im Internetcafe. Aber man kann auch im Greenland Hotel schwimmen gehen. Einige Jungs spielen auch auf einem Schulhof basketball. Man trifft sich viel mit den andern Freiwilligen. Dann natürlich viel lesen. Am Wochenende reisen oder mit der Gastfamilie zur Kirche gehen. Am Nachmittag bereite ich meist den Unterricht für den nächsten Tag vor.
3. Projektarbeit
a. Wie sieht deine Arbeit aus? Welche Erwartungen wurden an dich herangetragen und welche Ideen hast du, was du noch machen könntest bzw. wo du dich noch einbringen könntest?
Ich unterrichte jeden Tag einige Stunden. Die Schule fängt um 9.15 für mich an und endet zwischen 14 und 15 Uhr. Eigentlich unterrichte ich durch. Ich muss auch das Fach „Essen und Getränke“ unterrichten. Darüber habe ich eigentlich gar keine Ahnung und muss mir das Wissen abends vorher immer anlesen. Ich will versuchen heraus zu bekommen, welche Schüler Probleme mit dem Unterrichtsstoff haben und versuchen, diese extra zu fördern. Sonst bin ich ziemlich ausgelastet und auch zufrieden.
b. Wie waren deine ersten Arbeitstage (Vorstellungen, Einarbeitung, etc.)? Wie sind deine Arbeitszeiten?
Die Arbeitszeiten habe ich ja in a schon beschrieben. Eingearbeitet wurde ich überhaupt nicht. Ich habe an meinen ersten Arbeitstag gleich alleine 3 Stunden in einer Klasse verbracht, ohne dass ich das vorher wusste. Es gab auch keine andern Lehrer, weil die nach den ferien erst so nach und nach eintrudeln. Daher war ich sehr auf mich allein gestellt. Fragen kann ich allerdings immer stellen und die Schulleiterin gibt sich dann auch Mühe, mir alles zu erklären. Aber die Schulleiterin ist selbst für ghanaische Verhältnisse sehr unorganisiert. So gab es die ersten drei Wochen gar keinen Stundenplan. Noch immer ändert sich ständig irgendetwas.
c. Wer ist dein Ansprechpartner im Projekt? Wer ist zuständig für deine Arbeit?
Wir Freiwillige haben in Swedru zwei Mentoren. Henry und Lawrence. Ich finde, dass sie sehr viele zu betreuen haben, aber da ich bis jetzt keine Probleme hatte, bin ich mit der Betreuung zufrieden. Wie können beide und auch Kingsley bei Problemen jederzeit anrufen. Jede zwei Wochen haben wir ein Treffen, wo wir über Probleme sprechen können. Zusätzlich arbeitet eine Freiwillige im ARA Büro, sodass wir auch eine deutsche Ansprechpartnerin haben. In meiner Arbeit ist meine Ansprechpartnerin die Schulleiterin. Mit dieser spreche ich jeden Tag. Weil ich die Pause in ihrem Wohnzimmer/Büro verbringe. So kann ich immer nachfragen. Sie ist sehr erfahren mit Freiwilligen und schätz unsere Arbeit sehr. Das liegt vor allem daran, dass sie auch auf sie angewiesen ist. Da die freiwilligen hier ständig eine Lehrerstelle besetzen.
d. Hättest du dich im Vorfeld besser auf deine Aufgabe vorbereiten können? Wenn ja, wie?
Eigentlich kann man sich kaum auf die Arbeit vorbereiten. Schulbücher gibt es hier. Man kann natürlich Papier mitbringen für Plakate, aber das kann man auch hier alles kaufen. Materialien gibt es in meiner Schule keine. Selbst, die Tafelstift muss ich selber kaufen.
4. Sonstiges
a. Was du sonst noch sagen/erzählen wolltest: (persönliche Erlebnisse)
Für mich kann ich sagen, dass der Kontakt zu den anderen Freiwilligen sehr wichtig ist. Der Kontakt zu den Ghanaern, außerhalb der Gastfamilie ist bisher etwas schwierig. Am Wochenende sollte man versuchen raus zu kommen, den Lagerkollaps bekommt man doch sehr schnell. Man hat dann auch viele Dinge über die man sich unterhalten kann.
Ich habe mir vor der Reise die Frage gestellt, ob ich Malariaprophylaxe nehme oder nicht. Ich habe ich dafür entschieden und nehme jetzt ein Jahr lang Lariam. Viele haben mich vor den Nebenwirkungen gewarnt. Ich habe aber keinerlei Nebenwirkungen verspürt. Zwei Freiwillige waren im ersten Monat schon im Krankenhaus wegen Malaria und es ging ihnen echt schlecht. Für mich kann ich nur sagen, dass so ein Krankenhausaufenthalt mich echt runterziehen würde. Daher kann ich nur empfehlen die Prophylaxe wenigsten zu probieren und bei Nebenwirkungen abzubrechen.
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